Geschichte

1. Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft "Ernst Kamieth"

Am 24.01.1957 wurde die AWG Neustrelitz gegründet. Trägerbetriebe waren die Deutsche Reichsbahn, der Kraftverkehr und KIB Neustrelitz. Später folgten der VEB Landtechnische Anlagen, der VEB Bezirksdirektion für Straßenwesen, der VEB Forstwirtschaftsbetrieb Neustrelitz, der VEB Elektroanlagenbau Neustrelitz und der VEB Technische Gebäudeausrüstung.

An der Gründungsversammlung nahmen 39 Personen teil. Vorsitzender des Gründungskomitees war der Eisenbahner Erich Brandt. Die Genossenschaft hatte anfangs 22 Mitglieder, erster Vorsitzender war Gerhard Jörs.

Die Neustrelitzer Genossenschaft hieß seit ihrer Gründung 1957 " Ernst Kamieth". Da die Neustrelitzer Genossenschaft durch die Initiative der Deutschen Reichsbahn gegründet wurde, erhielt sie den Namen dieses Eisenbahners, der 1951 bei gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen im geteilten Berlin sein Leben verlor.

Stets gab es Schwierigkeiten, die Geschäftsstelle räumlich unterzubringen. So war sie in der Glambecker Nebenstraße und danach in der Dr.- Schwentner-Straße zu finden. Dort brannte die Geschäftsstelle total aus, so dass viele Unterlagen unwiederbringlich verloren waren. Die Geschäftsstelle fand dann ihren Sitz auf einem Hinterhof in der Strelitzer Straße, bald darauf in einer Baracke in der Kirschenallee/Ecke Lessingstraße und letztendlich in der Bachstraße in Strelitz-Alt.

Da der Bedarf an Wohnungen enorm groß war, erwarben schnell weitere Wohnungssuchende die Mitgliedschaft der AWG. Am 31.12.1962 waren es bereits 790 Mitglieder.

Tagesordnung vieler Vorstandssitzungen war der Kampf um die Bilanzierung von Reparaturkapazitäten und den Wohnungsneubau. Die Wartezeit auf Wohnraum betrug 8-10 Jahre.

Im Unterschied zu kommunalen Wohnungsbau wurden an die Genossenschaften Kredite nur in Höhe von 85 % der Baukosten ausgereicht. Die restlichen 15 % mussten durch Eigenleistungen der Mitglieder aufgebracht werden.

1962 wurde die Genossenschaft über einen Baustopp in Neustrelitz in Kenntnis gesetzt. Grund dieses Stopps war der Beschluss der Volkskammer, dem ländlichen Bauen unter dem Motto " Industriearbeiter aufs Land" unbedingten Vorrang einzuräumen.

Vom 31.12.1962 bis zum 31.12.1963 verließen über 100 auf eine Wohnung wartende Mitglieder die Genossenschaft. Sie hatten kein Verständnis für den Baustopp.

1971 erhielt die Genossenschaft den kommunal gebauten Wohnblock Ernst-Moritz-Arndt-Straße 3-7 mit 24 Wohneinheiten.

Das genossenschaftliche Baugeschehen ruhte bis 1974. 1975 erhielt die Genossenschaft 180 Wohnungseinheiten: die Rudower Straße 11-28.

2. Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft Strelitz-Alt

Die Gründungsgespräche fanden am 29.06.1957 nach einem Handballspiel im Sporthaus Jahnsporthalle statt. Zu damaliger Zeit war die BSG Traktor-Forst zentraler Anlaufpunkt der Jugend von Strelitz-Alt. Am 28.09.1957 war dann die Gründungsversammlung im Sporthaus. Hauptträgerbetriebe für die AWG Strelitz-Alt waren damals der Staatliche Forstwirtschaftsbetrieb und die Technische Gebäudeausrüstung.

Am 08.10.1957 hatten sich 27 Mitglieder eingetragen. Ende 1957 waren es dann 32 Mitglieder. Die Eintragung der Genossenschaft ins Genossenschaftsregister erfolgte unter der Registriernummer II/57. Vorsitzender war mehrere Jahre Otto Pingel.

Mit der Vorbereitung des 1. Wohnblockes 16 Wohneinheiten Alte Mühlenstraße wurde umgehend begonnen. Dazu bildete sich ein Projektierungskollektiv, welches zum großen Teil aus dem Jugendkollektiv der BSG Traktor-Forst bestand und den Bau des Jahnsportplatzes in den Jahren 1952 57 verantwortlich vorbereitet und geleitet haben.

Außer genossenschaftlichen Aufgaben wurden auch Probleme des Stadtteiles Strelitz-Alt behandelt. Hierzu wurden regelmäßige Beratungen mit dem Rat der Stadt (Bürgermeister, Stadtbauamt, Wohnungsamt) abgehalten. In den Jahren 1960 bis 1963 allein 18 Zusammenkünfte, auf denen schwerpunktmäßig folgende Themen behandelt wurden:

  • Wohnungsneubau, Baufreimachung, Entschädigungen, Enttrümmerung
  • Wohnungsvergabe, Rücklaufwohnungen
  • Außenanlagen
  • Zentraler Holzlagerplatz außerhalb der Wohnbereiche, um die Hofflächen von den Holzmieten zu beräumen, damit eine Gestaltung dieser Flächen vorgenommen werden konnte.
  • Wegverbesserung, Straßenbeleuchtung
  • Ladenausbau Lebensmittelzentrale (ehemals Bauerngehöft)
  • Haushaltswaren "1000 kleine Dinge", Ecke Wesenberger Straße
  • Planung eines Kaffees am Alex in Gebäude "Klosterstübel"
  • Garagenkomplex Bachstraße
  • AWG Geschäftsstelle
  • Gestaltung Trümmergelände Ecke Wilhelm-Stolte-Straße/Neubrandenburger Straße in Grünanlage durch AWG-Mitglieder
  • Planung eines Betriebskindergartens mit Hilfe der AWG für Trägerbetriebe
  • Planung einer Verkaufsstelle mit Hilfe der AWG (Wilhelm-Stolte-Straße/Ecke Schulstraße Konsumhalle)

Ab 01.01.1959 wurde für die vorher ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit ein Buchhalter stundenweise eingestellt. Mit Zunahme der Mitgliederzahl und Aufgaben der AWG konnte dann später eine Ganztagskraft beschäftigt werden. Mit dem letzten Bauvorhaben 88 Wohneinheiten in den Jahren 1970/71 wurden die wohnungssuchenden Mitglieder der AWG versorgt. Die Innenstadtbebauung von Strelitz-Alt war damit abgeschlossen und damit auch die Entwicklung der Genossenschaft Strelitz-Alt.

3. Der Zusammenschluss

Protokollauszug vom 6. Dezember 1974 der Vorstände AWG "Ernst Kamieth" Neustrelitz und AWG Strelitz-Alt Neustrelitz 5:

"Seit 2 Jahren wird von den örtlichen Organen alles unternommen, um die beiden AWG und die GWG im Stadtgebiet Neustrelitz zu einer Genossenschaft zusammenzuschließen."

Die Delegiertenkonferenzen der AWG "Ernst Kamieth" Neustrelitz und AWG Strelitz-Alt stimmten dem Zusammenschluss zu einer Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft in der Stadt Neustrelitz zu.

Am 01.01.1975 begann die gemeinsame Arbeit beider Vorstände. Der Name AWG "Ernst Kamieth" wurde nach dem Zusammenschluss bis 1991 beibehalten.


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